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Presse

Seit 1998 gibt es die Obstwiesenroute im Gießener Land ein Rückblick

Der Trägerverein Hessische Apfelwein- und Obstwiesenroute im Landkreis Gießen e.V., kurz: Obstwiesenroute Gießen oder auch AOR genannt, wurde 2018 zwanzig Jahre alt.

Dieser Verein war von Anfang an eher ein Aktionsbündnis, als ein Verein im üblichen Sinne. Privatleute, Firmen, Kommunen und Vereine, schlossen sich auf Anregung aus dem damaligen hessischen Ministeriums für Landwirtschaft und Ernährung zusammen, um Werbung für den Erhalt der Streuobstwiesenlandschaft zu machen.

Es entstanden sechs regionale Trägervereine. Jeder entwickelte eine Radwanderstrecke. Der Radwanderweg symbolisierte die Vernetzung der unterschiedlichen Akteure. Die entstanden Routen wurden dann namensgebend für die Vereine. Der Verband der hessischen Keltereien hatte sich sehr stark eingebracht. So kam der Apfelwein in den Vereinsnamen. Die Hessische Apfelwein- und Obstwiesenroute war entstanden. Das liegt mehr als zwanzig Jahre zurück.

Landesweit wurde der Verein Marketinggesellschaft Gutes aus Hessen e.V. koordinierend für die Trägervereine der Obstwiesenroute tätig. Dessen Gründungsziel war, in Hessen hergestellte Agrarprodukte, Lebensmittel, als auch Apfelwein, im Bewusstsein der Bevölkerung besser wertschätzen zu lassen. Bei der Gründung waren das zuständige Landesministerium, der Bauern- und der Keltereiverband maßgebend beteiligt.

Der Erhalt der Streuobstwiesenlandschaft ist Naturschutz. Diesen hatte die Gießener Obstwiesenroute bereits bei ihrer Gründung im Fokus. Ihr zwanzigjähriges Bestehen hat sie 2018 zum Anlass genommen, bei einigen Aktivitäten in der Öffentlichkeit auf ihr Wirken hinzuweisen:

  • Beim Gartenfest im Stadtpark Wieseckaue
  • Beim „Apfelwein-Wettbewerb“
  • Auf dem „Ettingshäuser Selbstvermaktertreff“
  • Zusammen mit der Steuobst AG der Stadt Gießen und dem Obst- und Gartenbauverein Wieseck beim „Gießener Apfeltag“
  • Am Tag der Regionen, der zusammen mit den Gießener Baumschulbetrieben und deren Apfelfest (Apfeltage), in der Heuchelheimer Straße stattfand.
  • Im November mit einem Infostand in der Galerie Neustädter Tor.

Für die Mitglieder des Trägervereins gab es im Anschluss an die Mitgliederversammlung 2018 eine kleine Feierstunde. Diese fand am 25. April in Wettenberg-Launsbach statt.


11 Jahre Vorsitzender Klaus Döring

Bei der Jahreshauptversammlung am 09.04.2002 in Grünberg, teilte Dr. Elke Dührßen mit, dass sie aus beruflichen Gründen nicht mehr als Vorsitzende zur Verfügung stehe. Als neuer Vorsitzender wurde Klaus Döring, ehemaliger Reiskirchener Bürgermeister, einstimmig gewählt.

Gerne erzählt Klaus Döring, wie er damals mit den Worten "Da hast Du gar nicht viel zu tun", von den damaligen Bürgermeistern von Laubach und Lich für dieses Amt überzeugt wurde. Dass dem nicht so war, merkte er recht rasch, zumal er sich gleich mit viel Engagement in die Materie einarbeitete.

Zu Beginn von Klaus Dörings Vorsitz waren gerade einige Aktionen der AOR mangels Engagement der Mitglieder eingeschlafen, so etwa die kulinarischen Apfelwochen. Doch vielleicht muss man sich immer wieder auch von liebgewonnenen Aktionen trennen, um Platz für Neue zu schaffen. So war es auch im Jahr 2004, im 3. Jahr seiner Amtszeit.

Denn im September 2004 fand die erste Apfelwein- und Obstwiesenwanderung durch das Lumdatal statt. Ebenfalls 2004 beteiligte sich der Verein mit einem Infostand erstmals an der Mittelhessenschau in Gießen. Dies zusammen mit dem Bauernverband, den Landfrauen und dem Kreisverband der Obst- und Gartenbauer im Landkreis Gießen. Auf dieser Mittelhessenschau wurde mit Carmen Scheld aus Buseck die erste Apfelweinkönigin des Landkreis Gießen gekürt.

Im gleichen Jahr kam Klaus auf die Idee „Obst muss nicht hängen bleiben“. Mit dieser Initiative hatten Baumeigentümer, die Möglichkeit, durch die Evangelische Jugendwerkstatt Gießen ihr Obst pflücken zu lassen. Dieses Obst wurde dann der Kelterei Uhl angeliefert und der Verkaufserlös der Jugend­werkstatt gespendet.

Klaus verdanken wir auch die rasante Ausweitung des Vereins auf den gesamten Landkreis. Waren bei Gründung des Vereins nur neun Städte und Gemeinden des süd-östlichen Landkreises Mitglied, so war es Klaus' persönlicher Ehrgeiz, alle Städte und Gemeinden des Landkreises als Mitglieder unseres Vereins zu gewinnen. Zeitweise waren 19 Städte und Gemeinden Mitglieder. Dies sind alle Städte und Gemeinden des Landkreises Gießen, die Stadt Gießen sowie die Gemeinde Lahnau aus dem Lahn-Dill-Kreis und die Stadt Homberg aus dem Vogelsbergkreis.

Im September 2005 fand dann der erste Giessener Bauern­markt „Landluft meets City“ statt. Auch bei solchen Veranstaltungen konnte man Klaus Döring oft beim Standdienst antreffen - manchmal auch mit Instrument - und gab der Veranstaltung so eine besondere Note.

2006 stand ein großes Projekt auf dem Plan, das Klaus sehr am Kerzen lag: Nach dem Abverkauf der Radwanderkarte, wurden eine Überarbeitung und ein Neudruck durchgeführt. Herausgekommen ist eine von vielen Seiten hochgelobte Faltkarte mit 18 landschaftlich reizvollen Routen, die der regionalen Ausdehnung des Vereins gerecht wird.

Im gleichen Jahr fand der erste Ettingshäuser Direktvermarktertreff statt, der von Dr. Thomas Haag auf die Beine gestellt wurde. Mit ihm hatte Klaus Döring einen kompetenten und tatkräftigen Begleiter gefunden.

Die Aktivitäten des Vereins standen unter Klaus Dörings Leitung nicht still. Im Jahr 2007 planten wir eine Seminarreihe für Selbstvermarkter. Im Oktober wurde daher in den Räumen der Firma Enders in Reiskirchen eine Informationsveranstaltung zum Thema „Lebensmittelsicherheit und Hygiene bei Direktvermarktern der Region“ angeboten.

2008 hatten wir schließlich 10jähriges Jubiläum. Dies haben wir am 18. Mai im Rahmen des dritten Ettingshäuser Direktvermarktertreffs gefeiert, verbunden mit dem 10. Apfelblütenfest des Vereins. Auch hier hatte Klaus Döring souverän alle Zügel in der Hand und es wurde ein gelungenes Fest.

2009 fand erstmals in der Vereinsgeschichte ein  Apfelweinwettbewerb statt.

Im Jahr darauf wählten wir Klaus erneut zum 1. Vorsitzenden. Als im Juni des gleichen Jahres unser 2. Vorsitzender Dr. Haag verstarb - war das für uns alle aber besonders für Klaus Döring ein herber Verlust, persönlich wie auch auf Vereinsebene.

Als 2011 die Zusammenarbeit mit der Jugendwerkstatt bei der Aktion "Obst muss nicht hängen bleiben" nicht mehr weitergeführt werden konnte, hatte Klaus die Idee für unsere Online-Obstbörse.

Im gleichen Jahr bewirkte er durch seine Gespräche mit der Landrätin, dass diese der Post unseren Verein für ihr Sonderprogramm Umwelt empfahl: So konnte der Verein für die Region 60 Streuobstbäume inkl. Bestockung beschaffen – finanziert durch die großzügigen Spende der Post.

In diesem Jahr fand auch erstmals ein Seminar für Kindergärtnerinnen statt.

2012 wurde die AOR Gießen Mitglied beim Förderverein Landesgartenschau Gießen 2014.

Wenn wir hier heute auf Klaus Dörings 11 Jahre Vereinsvorsitz zurückschauen, sehen wir, es ist viel passiert, vieles auf Deine Anregung hin, und bei allen Aktionen konnten wir immer auf Deine Unterstützung zählen. Dafür danken wir Dir, für Dein Engagement, Dein Durchhaltevermögen und Deine patenten Ideen. Es ist gut zu wissen, dass Du auch zukünftig gerne für die AOR da sein willst.

21.03.2013
Susanne Tröller, 2. Vorsitzende